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Flugreise
South Africa November 2011
Organisator:
Flugschule Ostschweiz, Kirchberg
Reiseleitung:
Stefan Thür
Reisebericht
von Kurt Tschofen
04.11.2011
Freitag
Tagwache
05:00 Uhr und um 06:00 Uhr Beat und Markus zuhause abholen
um nach Kloten-Flughafen
zu fahren, wo die anderen Flugfreunde beim Check-In
auf uns warten.
Es
sind dies: Steff, Markus, Werni,
Chris und unsere jüngste die Susanne (Sue).
Ab jetzt kann es
losgehen.
Nach
langem 11-stündigem Flug landen wir sicher in Cape
Town wo bereits „Barry“ unser Lokal Guide auf
uns wartet und herzlich empfängt und begrüsst.
Ab in den Bus und Abfahrt nach Table View zu ihm nachhause
wo auch seine Frau „Candice“ uns freundlichst begrüsst.
Noch einen kleinen Begrüss-ungs Trunk, Zimmerbezug
und Bekanntgabe von Tagwache und bald geht's fürs
erstemal schlafen. In
Cape Town gesellten sich Olivier und Mike noch zu uns,
auch sehr tolle Typen!
05.11.2011
Samstag
Nach
kurzer Nacht war frühes Aufstehen und Frühstücken
angesagt. Ein Blick nach draussen und schnell
war klar das es in Cape Town nichts mit fliegen war.
Eine Kaltfront war am durchziehen, Temperatur nicht
gerade südafrikanisch und die Wolken zogen auch
mit 30-40km/h vorüber. Doch in Porterville
sollte nach Prognose alles besser sein. Also ab in den
Bus, Abfahrt 08:00 Uhr. Auf der Fahrt schon der erste
Regen und es sah nicht vielversprechend aus. Ankunft
in Porterville 10:00 Uhr.
Der
Wind bläst auch dort mit sicheren 35km/h viel zu
stark. Schnell etwas zum Trinken und Essen kaufen und
ab an die nahe gelegene Westküste (nur ca. 120km)
nach Langebaan. Da sah die Flieger-Welt
schon viel besser aus. Die Saldanabay ist eine Dünenküste
und da stimmte der Wind, Temperatur
und die Aussicht. Wir liessen nichts anbrennen und nach
kurzer Zeit waren alle im schön gleichmässigen
laminaren Wind beim ersten Flug am soaren.
Juhui,
Glücksgefühl und Freude pur…… super Barry
gute Wahl!! Am Abend
zurück in Cape Town gabs noch ein Landebier beim
Blue Strandhotel mit schönster Abendstimmung und
Aussicht zum Table Mountain und Lions Head. Grossartig
und super Start in unsere Flugferien. Weiter so…-
06.11.2011
Sonntag
Heute
Fliegen wir in Cape Town, was uns ein bisschen länger
Frühstücken erlaubt. Gut gestärkt fahren
wir in die City Richtung Table Mountain dann rechts
zum Signal Hill wo uns viele Touristen und ein
super Startplatz erwartet. Im Hintergrund wird komplette
Flugbereitschaft erstellt damit nicht unnötig der
Startplatz für die zahlreichen lokalen Bi-Place
Piloten, welche mit den Touristen Kurzflüge mit
Top-Landing machen blockiert wird. Bitte vortreten,
Barry und Steff nehmen je ein Schirmende und legen den
Schirm bereit, ein Zupf an den A-Leinen, Schirmkontrolle,
Ausdrehen, 2-3 Schritte und das Vario übernimmt
seine Aufgabe zu piepsen. Einfach herrlich die Aussicht
zu den weltbekannten Bergen, der Beach und dem Weltmeisterschafts-Fussballstadion.
Beim
Versuch zum Lions Head zu wechseln sehe ich aber schnell
ein dass die Höhe nicht reicht, fliege zurück
und nach 1Stunde 20 Minuten entferne ich mich vom Signal
Hill, überfliege noch das Stadion und
drehe ab, gleite ruhig der Beach entlang wo mich ein
saftig grüner Rasen zum landen erwartet.
Landung perfekt – die Erde hat mich wieder!!
Nachmittagflug
vom Lions Head – Unterer Startplatz. Zuerst einmal 15
Minuten Fussmarsch damit alles so richtig durchgeschwitzt
ist. Oben angekommen startet ein Pilot so richtig im
JoJo Flug und bleibt unten im Gebüsch hängen,
was für ihn sicher ungemütlich ist und bei
einigen von uns so gewisse Gedanken wie „bitte bei mir
aber nicht“ aktualisiert. Der Startplatz ist wirklich
alles andere als gross, eng, steil und mit Büschen
komplett umrandet. Also, Schirm raus, anschnallen, gut
konzentrieren und konsequent entschlossen hochziehen,
der Wind passt perfekt. Durchatmen 1-2-3 los … super
Kronbergstart Nord. Draussen ist sanfte Thermik angesagt
was mich ca. 150 m steigen lässt. Später stellt
der Wind seinen Dienst ein und macht schlapp, rausfliegen,
weg vom Berg und die tolle Aussicht geniessen. Anflug
übers Meer zur Einleitung der Landevolte und Landung
auf dem grünen Feld wo einige noch am Groundhandling
sich üben. Wunderbar…..es ruft nach mehr solchen
Momenten!!!
07.11.2011
Montag
Heute
war wieder früheres aufstehen auf dem Programm,
da es mit dem Bus zum 1 ½ Std. entfernten kleinen
Städtchen Frenchhoek zum Thermikfliegen ging. Malerisch
gelegen umgeben von mittleren Bergzügen. Unten
in der Ebene Rebstöcke soweit das Auge reicht,
wo die frühe Sonne so richtig reinbrennen
kann. Erstaunlich wie sich da die Thermik um 10:00 Uhr
schon so richtig entwickelt und zu pulsieren
beginnt. Also schnell im hohen Grasgestrüpp auslegen
bevor die Ablösungen zu stark werden und nicht
mehr so einfach gestartet werden kann…. und genau so
war es dann auch. Ich meinerseits war froh das Barry
mir den Schirm aufblasen liess und ihn zurecht legte,
da ich noch mit Gurtzeug anlegen beschäftigt war.
So jetzt geht's schnell, einhängen und „ready for
take off“.
Pumpingstart
und ab nach rechts an die Felsflanken wo mächtig
Höhe getankt wird. Nach erreichen einer soliden
Ausgangshöhe, Wechsel auf die linke Seite wo der
noch besser angeströmte Bergzug rufte.
Am Ende angekommen gings raus in Flachland wo weiter
hinten der nächste Hügelzug wartete.
Doch
in der Mitte angekommen beschleunigte der Wind massiv
in Richtung sich öffneten Tals. Ich drehte um und
stand mit ca. 3-4km/h im momentanen Gegenwind. Ich drückte
unverzüglich den Beschleuniger und stellte fest
das die Geschwindigkeit noch kleiner wurde und die GPS-Kompassrose
statt Südost
doch tatsächlich Nordwest anzeigte. Ich flog also
kurzzeitig rückwärts. Als sich die Kompassrose
wieder drehte und die Zahlen wieder grösser wurden
wars auch mir wieder wohler.
So
verharrte ich voll beschleunigt eine volle ¼
Std. und schob mich in Richtung abgemachten Landeplatz.
Leider erlahmten meine Arme ein bisschen und ich kam
so vollbeschleunigt ein wenig an die
Bremse und mein gutmütiger Golden 2 zeigte ein
kleinwenig seine Zähnchen und quittierte es mit
einem mittleren Frontklapper. Wieder etwas konzentrierter
flog ich mit zunehmender Höhe direkt zum Landeplatz.
Steff funkte mir, ich solle nicht noch höher steigen,
also zog ich voll im Treter stehend je 2 A-Leinen. Mit
diesen Big-Ears gings dann mit sanften 3-4m/sec. abwärts.
Etwa 80m über Grund wurde es dann nochmals turbulent,
ich leitete noch kleine Ohren ein und landete mit diesen
sicher und sanft auf dem einzigen vorhandenen Hausplatz.
Traumhafter
Flug, jedoch sehr sehr anspruchsvoll !!!!
Am
späteren Nachmittag besuchten wir noch den Lions-Hill,
welcher uns mit bester Thermik begrüsste. Auf dem
grünen Landeplatz vergnügten sich alle noch
mit Groundhandling bis zum umfallen.
Es machte wirklich Spass bei so konstantem, gleichmässigem
Wind.
08.11.2011
Dienstag
Wieder
früh aufstehen, packen für 3 Tage, Porterville
mit seinem Streckenpotenzial ruft!!!! In
Porterville angekommen geht's gleich auf den Berg wo
auch unsere Unterkunft für 2 Nächte sich
befindet, gleich gegenüber der Startplatz. Sofort
ist allen klar das bei diesem starken Wind nichts mit
Gleitschirmfliegen ist. Für den Nachmittag entscheiden
wir uns einen Weinkelterungsbetrieb anzusehen bei dem
vom ganzen Weingebiet die Trauben gepresst werden. Es
müssen viele Millionen Liter Wein sein gemessen
den zahlreichen Tanks. Natürlich wurden wir sehr
gastfreundlich empfangen und konnten diverse Weiss-
und Rotweine degustieren. Den Tag konnten wir mit einem
von Candice und Barry perfekt zubereiteten Nachtessen
(Rindsfilet vom Besten, wie soll es den anders sein)
abschliessen. Chris entpupte sich als super Bäcker,
so hatten wir auch noch bestes frisches Brot. Herzlichen
Dank von allen auch an Chris – die nächsten Überraschungen
hatte er schon im Köcher bereit! Für den nächsten
Tag, weil das Wetter nicht dem Meteo entsprach, entschlossen
Barry und Steff, dass es direkt nach Wilderness geht
wo das Wetter bessere Flugbedingungen versprach. Nochmals
ein bisschen von den vorgängigen schönen Tagen
und tollen Erlebnissen zu reden, 1-2 gute Gläschen
Wein geniessen und bei allen konnte man die Zufriedenheit
in den Gesichtern erkennen. Nach und nach wurde einer
nach dem andern müde, es war Zeit die Horizontale
einzunehmen, hatten wir doch bis Wilderness ca. 500
km Busfahren vor uns.
Hey
Leute, jetzt bin auch ich müde --- Es war auch
so ein supertoller Tag, Danke für die grandiose
Stimmung. Wir werden bestimmt noch viele schöne
Flugerlebnisse haben.
09.11.2011
Mittwoch
Nach
langer mehrstündiger Fahrt kommen wir in Wilderness
an, die Stimmung ist toll und Barry macht noch einen
Abstecher zum Hotel Holiday-Inn wo man direkt vom Gästerasen
starten kann. Ein anspruchsvoller Startplatz, braucht
es doch min. 20-25km/h Wind für ideale Bedingungen.
Leider bläst der Wind zu stark (zeitweilig bis
zu einem 35 oder 40er). Wir lassen es sein, denn nicht
mal lokale Piloten fliegen und die sind wirklich geübte
Starkwindstarter (bin ein wenig neidisch auf die Schirmkontrolle
der Lokals, aber ich geb mir Mühe noch annähernd
in den Bereich dieser Schirmbeherrschung zu kommen.
Hab sicher noch einige Stunden Groundhandling vor mir,
ha,ha,ha.
Wir
steigen in den Bus und fahren zum neu erwobenen Wohn-und
Gästehaus von Barry und Candice bei dem er die
Zimmer neu renovieren liess und wir die allerersten
Gäste sind. Gemütliches Nachtessen und Besprechung
was morgen auf dem Programm steht. Ein langer Tag ohne
Flug geht zu Ende…..trotzdem
zufrieden, in der Hoffnung das es morgen wieder klappt,
geht's schlafen.
10.11.2011
Donnerstag
Heute
konnte es ruhiger angegangen werden da die Startplätze
in 15 Minuten zu erreichen sind. Nach reichhaltigem
Frühstück mit Ham & Egg's etc. waren alle
bereit für die lange Küstenkante bekannt als
Paradies-Ridges. Eine ware fliegerische Augenweide welche
man in South Africa nicht verpassen darf. Nicht nur
stundenlanges sondern auch kilometerlanges rauf und
runter Brettern ohne sich grosse Mühe zu geben,
einfach im Gurtzeug sitzen, entspannen und den Schirm
laufen lassen. Mal was ganz anderes „einfach Klasse“.
Leider schläft auch hier der Wind ab und zu ein,
jetzt aber schnell den Rückflug ansteuern, sonst
gibt's km-langes Strandlaufen im Sand und der Hitze.
Wir sind ja Flieger und nicht Marathonläufer. Alle
schaffen die Aufgabe und auch ich bin froh nicht Walking-Men
zu werden!
Wir
wechseln zum Hotel Holiday-Inn wo der Wind jetzt optimal
ansteht. Alle packen sofort die Rucksäcke aus,
Gurtzeug anlegen, Schirme auslegen, Rückwärtsstart
und ab geht's in den dynamischen Wind. Einfach herrlich
so im Wind herum zuturnen. Schnell wird's etwas eng
als alle in der Luft sind, aber kein Problem, da sich
alle schön an die Vortrittsregeln halten. Ich versuche
die Toplandung beim Startplatz und es gelingt mir aufs
erste Mal, andere Piloten landen auch Top. Ist gar nicht
so schwierig wie es auf den ersten Anblick aussah. Susanne,
unsere einzige Pilotin in der Gruppe hat etwas Pech
und muss ausgerechnet am schmalsten Streifen am Strand
landen wo sie auch noch mit dem Salzwasser Kontakt aufnimmt.
Nicht ganz billige Bilanz, geht doch das Handy und GPS
mit Vario im Wasser kaputt. Chris kontaktiert auch noch
einen Busch und parkiert seinen Flügel
kurzerhand
auf diesem, sicher auch eine Toplandung spezieller Art.
Auch diesen Tag runden wir mit einem feinen Nachtessen
ab.
Freitag
Für
heute ist ein prachtvoller Tag mit viel Sonne und mässigerem
Wind prognostiziert. Da wir schon in
Segdefield
sind starten wir den Tag ruhig, da der Traumstartplatz
und Toplandeplatz Segdeview, man sieht von Barrys Wohn-und
Gästehaus direkt hin und ist in 10-15 Minuten vor
Ort. Oben angekommen, auch wenn der Startplatz einfach
ist gibt's auch hier ein informatives ausführliches
Brefing. Erstaunlich, es ist kurz vor 10:00 Uhr und
die Thermik setzt schon ein, die ersten zuverlässigen
Ablösungen machen sich bemerkbar, weitere 10 Min.
später herrschen optimale Bedingungen für
Rückwärtsstarts. Keiner lässt viel Zeit
verstreichen und kurzerhand sind alle in der Luft.
Absolut
sanfte ruhige Thermik mit 2-4 m/sec. zeigt sich von
der schönsten Seite. Es saugt mich in kurzer Zeit
auf die maximale erlaubte Flughöhe von 465 m.ü.M
(Startplatz ca.150 m.ü.M) und bei etwa 500 m.ü.M,
ich will ja nicht übertreiben leite ich etwas widerwillig
beschleunigte Big-Ear's ein.
Nach
200 m Höhenvernichtung beendige ich das Manöver
und das Aufdrehen beginnt von neuem. Nach
1 Stunde lande ich Top und mache eine kleine Pause.
Jetzt zum zweiten Mal starten, kurz mal 200
m machen einige Wingover und kurze mässige Steilspirale,
eindrehen zum Toplanden , abstehen und
wenige Schritte vorwärts wieder durchstarten und
schon fliegt es wieder. Das Ganze alle 10-15 Min. noch
2-3 mal wiederholen. Da der Wind jetzt doch etwas zulegt
gibt uns Barry per Funk durch, dass es Zeit ist landen
zugehen. Toplandungen werden jetzt anspruchsvoller und
ich entscheide mich unten
auf der grünen weichen Wiese meinen Flug zu beenden.
Nachdem
alle wieder eingesammelt sind wechseln wir abermals
zum Hotel Holiday-Inn um nochmals
Starkwindsoaren
zu geniessen. Der Wind hat zugenommen und bläst
schon bald im Grenzbereich. Die ersten schnellentschlossenen
Piloten schaffen es noch in die Luft. Für die restlichen
Piloten, mich eingeschlossen ist Pause, der Wind bleibt
bei sicheren 35km/h und wir schauen den anderen noch
eine Weile zu. Toplandungen werden keine mehr gemacht,
alle Piloten nutzen den schönen Sandstrand wo bessere
Bedingungen vorhanden sind. Ein toller, lehrreicher
Flugtag geht zu Ende und alle freuen sich auf Candice
und Barry's Koch- und Grillkünste.
12.11.2011
Samstag
Heute
ist in Segdefield Einheimischenmarkt und wir machen
uns um 07:30 Uhr bereit ab zu marschieren, sind es doch
nur 10 Min. bis dorthin. Ein sehr schöner kleiner
Markt, mit vielen Imbiss-Ständen.
Bei einem köstlichen, traditionellen Einheimischenfrühstück
besprechen wir das Vorhaben des
wiederum vielversprechenden Tages. Hurra….. es passt
nochmals für Segdeview. Nach vergnüglichen
Stunden beim Markt sind alle bereit zum Startplatz hochzufahren.
Bedingungen wie am Vortag
und alles nochmals wiederholen. Überwältigend,
so was erleben zu dürfen – Ich meine uns geht's
wirklich gut. Barry und Steff machen einen Erkundungsflug
zum Paradise-Ridges und melden beste
Windverhältnisse.
Candice
die gute Seele fährt uns durch wildes Gestrüpp
zu einem speziellen Ort wo ein Freund von Barry
wohnt. Der Platz heisst Majors Dad und verfügt
über einen Startplatz mit Holzstartrampe von ca.8.00m
x 8.00m. Der erste Anblick lässt schon mal kurz
durchatmen. Aber wen kümmert's, wir sind zum fliegen
gekommen und der Start gestaltet sich problemlos. Super
nochmals an der fantastischen Kante
zu gleiten. Zielvorgabe ist, die ganze Ridges abzufliegen
und wieder zurück an der Startrampe vorbei
und bei den Dünen in Kleinkranz einzulanden. Über
Funk kommt die Entscheidung die Ridges nochmals
runter zufliegen, weil es noch so gut gleitet, om dann
in der nähe von Barry's Domizil in einem Park zu
landen. Irgendwie verpasse ich die Durchsage, mache
mich als einziger in Richtung Kleinkranz davon. Dort
bei den Dünen angekommen habe ich noch Höhenreserven
und baue diese mit ruhigen Kreisen ab und lande perfekt.
Als ich mich vom Gurtzeug getrennt habe stelle ich fest,
es sieht hier nicht ganz gleich aus wie dort, wo wir
schon einmal gestartet sind. Habe mich in der Düne
geirrt, oh Jeh… dumm gelaufen. Nach 20 Min. Dünenmarsch
erreiche ich Kleinkranz. Dort ist noch ein anderer Pilot
der mich mit seinem Auto nach Segdefield mitnimmt. Ich
teile dies Candice per Natel mit, alles OK. und sie
müsse mich nicht abholen.
Fazit:
Nicht ärgern, trotzdem super gelungener Flug und
nächstes mal noch besser machen!
13.11.2011
Sonntag
Heute
ist frühe Abfahrt, denn es geht zurück nach
Cape Down (ca. 600km). Von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr besuchen
wir auf der Strecke noch den Botlierskop-Tierpark, einer
der schönsten in der Wildernessgegend. Nachdem
wir viele einheimische Tiere sehen konnten machten wir
uns bereit für die längere Rückreise.
Nach etwa 4-stündiger Fahrt machte Barry einen
Zwischenstopp auf dem Sir
Lowrys Pass wo zwei Lokalpiloten auf schwächeren
Wind warteten, fegte es doch wieder mit mindestens
35-40km/h. Barry blieb cool, machte schon mal ein ausfürliches
Brefing damit wir schon alle
informiert sind, sollte der Wind sich noch zu unseren
Gunsten entscheiden. Glauben konnte es zwar keiner so
richtig. Doch nach einer halben Stunde sah alles ganz
anders aus. Ein OK-Zeichen von Barry, alle ergriffen
die Rucksäcke und nach weiteren 5 Minuten ging's
im 2 Minutentakt in die Luft.
Einmal
in der Luft, der Passstrasse entlang, um die erste Felskante
und man erkannte sofort das Potenzial
von diesem Fluggebiet. Alle flogen bis zum hintersten
höchsten Berg wo es dann doch empfindlich
kalt wurde. Barry teilte im Funk allen mit, sich auf
den Rückflug zubewegen. Ein längerer Flug
mit dem einmaligen Sonnenuntergang vor Augen gleiten
wir in Richtung Landeplatz. Mit kalten Knien und Fingern
landen alle glücklich, hat doch keiner heute mit
einem Flug geliebäugelt. Und mit einem
fast zweistündigem schon erst recht nicht. Eine
¼ Stunde später ist es dunkel und die stündige
Heimfahrt nach Cape
Down vergeht wie im Fluge.
Jetzt
noch ein gutes Nachtessen, vom schönen Tag schwärmen
…. Guter Drink geniessen und ein weiterer
Top-Tag geht seinem Ende entgegen … wird sich aber in
der Erinnerung für lange Zeit noch einbrennen
und speichern.
Liebe
Candice und Barry, ein herzliches Dankeschön für
eueren grossen aufwendigen Einsatz zu unseren Gunsten.
Sind wir doch alle von eurer Erfahrung im tollen Fliegerpardies
South-Africa angewiesen um solche eindrückliche
Erlebnisse in unseren Rucksack einpacken zu können.
Ich
bin sicher, wir werden noch eine weitere Super-Woche
erleben….. „Thankyou, for our best job“
14.11.2011
Montag
Wieder
ist frühe Tagwache da wir bereits um 07:00 Uhr
nach Hermanus abfahren. Hermanus ist ein Ort in der
Provinz Westkap und ist ca. 90 km östlich von Cape
Down entfernt im Distrikt Overberg. Bekannt ist Hermanus
auch für das Whale Watching, wo die grossen Säugetiere
vom Festland aus beim Auftauchen und Springen bestaunt
werden können.
Nach
längerer Fahrt treffen wir relativ frühzeitig
in Hermanus ein und besichtigen den Startplatz für
unsere Lieblingsbeschäftigung. Traumhafte Aussicht
auf die Bucht von Hermanus wo die ersten Wale schon
am springen sind. Kurzes Brifing von Barry, …kurz… weil
es hier keine besonderen Gefahren gibt. Alles grossräumig,
übersichtlich und riesige Landeplätze direkt
unten vorm Startplatz oder am Strand bei einem Hotel.
Der Wind hat sich noch nicht ganz auf unser Eintreffen
eingestellt, also fahren wir
runter zum Strand und besichtigen bei Coffee-Time die
Wale aus 100 m Distanz, fast zum Anfassen nahe …. hat
sich gelohnt … war ja nicht weit.
Mittlerweile
ist es ca. 11:00 Uhr und der Wind hält sich auch
an die Prognose, oder an die Zuverlässlichkeit
die er hier normalerweise verspricht.
Also,
fertig Kaffeepause, hoch zum Startplatz und ab ins wunderbare
Element, wo doch unsere beliebten Träume sich befinden.
Fliegen gegen den Wind in Richtung östliche Berge,
hochschrauben und
die riesige Fernsicht aus dieser Traumhöhe aufsaugen.
Nach 1 ½ - 2 Std. geht's mit Rückenwind
zügig und flott zurück zum Strand wo der Landerasen
beim Hotel bereits ausgelegt ist.
Einige
Hotelgäste freuen sich auf den Besuch und einem
lokalen Glaceverkäufer sind wir auch aufgefallen,
er wittert ein Geschäft, verlagert unverzüglich
seine mobile Eisbox in die Landezone. Alle nacheinander
kaufen und geniessen die gefrorene Abkühlung. Piloten
glücklich …. Icemen glücklich…!
Noch
ist der Tag nicht gelaufen, wir fahren nochmals hoch
um die immer noch vorhandene Thermik ein
weiteres mal zu nutzen. Alle drehen auf, verteilen sich
in alle Richtungen, geniessen die warme klare
Luft und das malerische Panorama am indischen Pazifik.
Nach nochmaligem stündigen Flug reicht
es den meisten Piloten, nach und nach geht's zum Landen
an den Strand oder auf dem näher liegenden
grünen Fussballfeld.
Ein
gemütlicher Abend in Cape Down wird den Tag vollenden
…. und ein weiterer unvergesslicher Tag
ist im Sack.
15
- 17.11.2011 Dienstag, Mittwoch, Donnerstag
Heute
nehmen wir uns nochmals für 3 Tage Porterville
vor und quartieren uns in der bereits bekannten, toll
eingerichteten Berghütte ein. Das Wetter sieht
ja ganz vielversprechend aus, also geht's
los zum Startplatz, welcher nur 5 Minuten entfernt ist.
Dieses Gebiet ist bekannt für weite Flüge,
jeder hofft in Gedanken
auch einen oder mehrere von dieser Art zumachen. Barry
macht ein ausführliches Brifing und weißt
auf einige kritische Punkte und Schlüsselstellen
hin.
Markus
und Werni starten als erste und müssen feststellen
das es noch nicht so thermisch aktiv ist, kratzen
eine längere Zeit am gleichen Ort. Erfolgreich
findet Markus den Hammerschlauch und steigt für
diesen Tag weg. Werni, fast am gleichen Ort, erwischt
den nahen Abwind und säuft ab, wird aber von
Candice wieder abgeholt. Jetzt kommen die Ablösungen
schon regelmässiger und Beat, Markus und ich sowie
alle anderen starten auch. Ich ziehe mit Markus weg
und das Vario bleibt auch bei seinem angenehmen piepsen.
Nach 10 km sind wir plötzlich im grösseren
saufen, vielleicht sind wir beide
zu nah am Berg? Markus beibt nur noch Zeit den nächsten
günstigen Landeplatz anzupeilen.
Ich
verlagere meine Fluglinie etwas nach draussen wo die
kleinen Vorhügel sind und werde mässig fündig.
Da vor mir ein grösseres Stück nichtabholbares
Gebiet sich ausbreitet, wende ich meinen Flügel
und steuere den LP von Markus an. Kurz vor dem Aufsetzen
sichte ich 2 schwarze Linien, Schei.…..
eine Telefonleitung…. Füsse schon am Boden, doch
der Golden 2 ist zur Hälfte auf den Drähten
parkiert. Mit der Hilfe von Markus und einem gefundenen
Ast hieven wir das Tuch wieder auf
die andere Seite und die zwei verdrehten Leitungsdrähte
werden auch wieder auseinander gedrückt.
Nochmals
Dankeschön „for help“ an Mutz.
Der
zweite Tag verspricht wieder gute Flugbedingungen und
Barry setzt am Brifing die Latte etwas höher
an. Sollen doch alle bis zum 18 km entfernten Bumpy
fliegen und diesen mit mindestens 1500
m.ü.M. überfliegen, dann die hintere Ebene
queren, um an der riesigen Bergkette anzuhängen
und dann los so weit
es geht. Jetzt bin ich also auf dem direkten Weg zum
Bumpy und komme ihm steht's steigend näher. Werni
sehe ich schon weit vorne wie er super Höhe macht,
ich erwische jetzt schon
eine wunderbare Blase und nehme so sichere 400 Höhenmeter
mit und komme bei Bumpy gut
an. Das Vario meldet sich schon wieder mit positivem
Geräusch und schnell kommen nochmals 300
m dazu. Ich denke … „ist heute vielleicht mein Tag?“
Mit dieser Reserve verlasse ich Bumpy und
peile das weit hinter der Ebene liegende riesige Bergmassiv
an. Werni und Olivier sind viel tiefer weggeflogen,
haben aber Schirme mit besserer GZ. Aber mit dieser
Mehrhöhe sollte es auch für mich
locker
reichen. Ich nehme die direkteste Linie wie Barry am
Brifing noch gesagt hat, aber ca. mitte Ebene
beginnt plötzliches grösseres saufen. Barry,
der weit hinter mir fliegt sieht mein absinken und funkt
mir noch, ich solle den Kurs um 45 Grad drehen und etwas
mehr in Talrichtung fliegen. Der Tipp ist
gut, leider kommt er etwas zu spät, ich kann mich
noch in eine Nullschieberzone retten und erreiche so
ganz ganz tief nur noch die kleinen, ansonsten zuverlässigen
Vorhügelchen, welche zur Zeit
auch nicht ihre Aktivität verspüren lassen.
Abgefunden mit der momentanen Situation gleite ich noch
etwa 1-2km und entscheide mich für einen nahe an
der Strasse gelegenen Landeplatz, der Wind hat
auch noch etwas zugelegt, so ist's von Vorteil wenn
er eine komfortable Grösse aufweist und Zeit für
die Leitungsabsuchung bleibt auch genügend …… 5
Minuten noch, dann „Happy Landing“.
Nach
weiteren 5 Min. sehe ich Beat wie er auch auf meine
Richtung abdreht und sich entschieden hat
mir
Gesellschaft zu leisten. Schnell tippe ich die Landekoordinaten
ins Handy und sende diese an Candice, und schon nach
30 Minuten werden wir abgeholt.
Zwei
Piloten sitzen schon im Bus und jetzt geht's zu den
am entferntesten. Nach und nach füllt sich der
Bus, nur Einer fehlt noch …. Wer soll es sein? --- Natürlich
Steff mit seinem Können und der grossen Erfahrung,
gelingt ihm doch fast ein Überliegen der 100 km
Marke. Herzliche Gratulation zu gelungenen
Superflug …. „aber Vorsicht Steff„ … wir anderen Piloten
bleiben auch dran. (Spass darf sein)!
Heute
Donnerstag, unser letzter Flugtag wollen wir nochmals
so richtig geniessen, da es am Freitag ans berühmte
Cape of Good Hope geht.
Nach
reichhaltigem, gemütlichem Frühstück
wird alles wieder gepackt, alle stehen draussen bereit,
geniessen noch kurz die Aussicht von unserer Bergunterkunft.
Barry startet den Bus, die letzten steigen ein ….. knappe
10 Minuten später, es ist 10.00 Uhr, stehen wir
auf dem ausgelegten Schutznetz beim Startplatz. Barry
beginnt gleich mit dem Brifing, der Wind und die beginnenden
Ablösungen deuten schon an, dass es hier in 1 Std.
ganz anders aussehen wird. Er macht alle noch darauf
Aufmerksam das es in Bergnähe wahrscheinlich starke
zerrissene Thermik gibt und wir draussen in der Ebene
ruhigere, zuverlässigere Thermik vorfinden werden.
Seine Ortskenntnisse und Erfahrung wird seiner Einschätzung
recht geben. Alle erfliegen nochmals grosse Höhen
und unterschiedliche, mehr oder weniger grosse Distanzen.
Alle
werden breit verstreut eingesammelt und der letzte Tag
im Flug-Mekka Porterville wird beendet. Mit
etwas müden Gesichtern, jedoch tiefer glücklicher
Flugbefriedigungsausstrahlung lassen wir uns im
Bus in die Sessel fallen und zuverlässig von Barry
und Candice nach Cape Town chauffieren.
Ein
unvergesslicher Tag, den wir im besten Fischrestaurant
bei köstlichen Sea-Food Gerichten und viel
Reden, Schwärmereien und gutem Wein nochmals den
Tag (oder die ganzen 2 Wochen) an uns vorbei
ziehen liessen.
Bei
Barry zuhause gabs noch ein Nachtbierchen und nach und
nach wurden es weniger und nach einer weiteren Stunde
wurde es endgültig ruhig. „Cape Town – gute Nacht“.
Freitag
Fliegerisch
werden wir heute in Cape Town nicht's verpassen, es
sind reichlich Wolken aufgezogen und
Wind hat es zum Skiten oder Surfen auf dem Meer, jedoch
definitiv, auch für erfahrene Lokal-Piloten viel
zuviel. Also, der Entscheid ans Cape of Good Hope zu
fahren absolut richtig und für Erstbesucher von
South Africa schon fast ein „Muss“. Wir fahren die Küstenstrasse,
entlang malerischen Buchten und den Felsklippen, wo
es immer wieder spezielle „View Point's“ gibt. Stopp
and Go, um kurz die Beine zu bewegen und eindrückliche
Fotos zu machen, was bei diesem immer stärker werdenden
Wind jedoch zunehmend schwieriger wird, die Kamara noch
ruhig halten zu können.
Nach
2 ½ Std. erreichen wir das Cape und wandern noch
den Felsweg hoch bis zum Leuchtturm. Oben
angekommen, müssen wir uns richtig gegen den Wind
stemmen und die Hüte festhalten um sie
nicht für immer zu verlieren. Alle sind beeindruckt
von der berauschenden Aussicht, der Gewalt der beiden
Ozeane die beim Zusammentreffen riesige Wellen erzeugen.
Nachdem
wir uns noch kulinarisch gestärkt hatten, machten
wir uns auf die Rückreise, die Fahrt führte
uns auf der Ostseite durch typische kleine verträumte
Städtchen, Pelikane bekamen wir auch noch zusehen.
Bei Barry zuhause wurde es bei allen etwas ruhiger,
war doch jedem klar, dass wir in 4 Stunden die Heimreise
antreten.
Eine
unvergessliche Flugreise geht zu Ende …. Bey-Bey South
Africa ….. vielleicht in … ?Jahren???
Ein
herzliches Dankeschön an alle Beteiligten.
Der
Flugschule Ostschweiz Kirchberg für die perfekte
Organisation der Reise und der Wahl vom lokalen
Flugführer. Steff für die grosse Hilfsbereitschaft,
seine kompetenten und präzisen Tipps und
Ratschläge. Mit seiner Leidenschaft zum Fliegen,
auch immer wieder ein Spässchen oder Witz auf
Lager hält er uns steht's in Hochstimmung. Super-Super-Super…….
Mit
Birdmen Paragliding „ Candice und Barry“ auf Gleitschirm-Flugtrips
zu gehen ist eine Erfahrung die
ich in aller bester Erinnerung behalten werde.
Sind
wir durch ihre Erfahrung, Ortskenntnisse, Engagement
„schon fast rund um die Uhr“, immer bereit umzudisponieren
und auch grosse Distanzen zu fahren, jeweils exakt zur
richtigen Zeit am besten Ort. Nur so war es möglich
von 14 möglichen Tagen auch 12 Tage bei besten
Verhältnissen zu fliegen. Der Rückholservice
von Candice nicht zu übertreffen.
Am
Abend nochmals Einsatz für Kochen, Grillen und
gemütliche Gespräche etc. …. An
Candice und Barry nochmals vielen lieben Dank …. mit
euch hatten wir eine fantastische Zeit!!!
Ein
grosses Dankeschön an meine beiden Freunde „Markus
und Beat“ das sie mich auf diese Reise begleiteten und
dadurch alles noch schöner machten. Alle neuen
Flugfreunde möchte ich nicht unerwähnt lassen,
sind sie alles tolle, hilfsbereite, aufgestellte Flieger.
Durch
den Einsatz von jedem Einzelnen … richtige Fluggebietswahl
… professionelle Brifing's … ausgeglichene Gruppe ….
keine unnötigen Selbstbeweisungen … vernünftigem
Fliegen … haben wir unsere
erlebnisreiche South Africa – Flugsafari, in „für
fast Alle“ unbekannten und anspruchsvollen Gebieten,
mit teilweise stärkeren Winden gemacht – „Das alles
ohne Unfall (super)“ – macht es doch die
ganze Reise noch viel schöner und träumerischer
….. und … und ….
Nochmals
herzlichen Dank an alle, für die grandiose Zeit
in South-Africa … bald wieder …
Verfasser:
Kurt Tschofen – Feldstrasse 35 – 9621 Oberhelfenschwil
, 2011-12-15
"
Paul
Betschart , ein guter Freund von mir hat auf seiner
Website schöne Videos über verschiedene Städte
am Kap in Südafrika. Er ist ein ausgewanderter
Schweizer und fand sein Glück in diesem Land. Er
handelt mit Immobilien und gibt uns mit seinen Filmen
einen guten Ueberblick ."
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