Flugferien
Sizilien
Sizilien
ist ein Teil Italiens, den man gesehen haben
muss. Offene Landschaften, grüne Kulturen
und schöne Städte mit engen Gassen,
Pizzas und Pastas und Vino Rosso. Gute Flugberge
mit verschiedenen Höhenunterschieden reizten
uns zum zweiten Mal diese Insel zu erobern.
Sizilien bietet für alle und alles sehr
grosse Abwechslung mit Sehenswürdigkeiten.
Den Touristen stehen alle Türen offen.
Das
Reisedatum war klar. Im frühen Frühling
sollte diese Reise durchgeführt werden,
dann wenn bei uns die Thermik noch nicht eingestellt
ist und wenn auf dieser Insel die Temperaturen
schon angenehm sind und die Thermik doch noch
nicht mörderisch ist. - Dann, wenn die
Mitteleuropäer langsam genug haben von
ewig tiefen Temperaturen und dem vielen Schnee
-.
Auch
dieses Mal sollte es eine Rundreise sein.
So
flogen am Samstag 5. Februar 2000 gegen 20 Flugbegeisterte
mit der Alitalia via Mailand nach Catania im
Osten der Insel. Schon beim Anflug sahen wir,
dass der Thermikofen der Insel, der Ätna,
eingeschaltet war! Mit hohen Rauchzeichen wurden
wir von den Inselbewohnern empfangen und am
Abend liessen sie ihn sogar noch rot beleuchten.
Ein Empfang, wie ihn nur wenige Touristen erleben.
Zwei
Busse standen bereit und der Trip startete mit
dem Transfer nach Toarmino, der Stadt ganz im
Osten, wo alle Touris sich aufhalten. Eine bezaubernd
schöne Stadt, mit engen Gassen und vielen
Leuten.
Ein
neuer Tag. Heute Sonntag stand der Flug vom
884 Meter hohen Monti Veneretta auf dem Plan.
Der Startplatz bot uns ein überwältigendes
Panorama runter auf Taormina, rechts der Ätna,
der die Windrichtung zeigte und unten das Meer.
Gegenüber konnte man sogar noch das Festland
Italiens ausmachen.
Die
Flugroute führte uns direkt über Taormina
und mit gutem Gleitwinkel und ebensolchem Flugweg
landeten alle direkt am Meer. Die Kulisse dieses
Fluges war einzig. Ein zweiter Flug sollte es
werden, aber nur ein Bus war am Landeplatz.
Kein Problem!
Einsteigen
bitte, der Bus füllte sich langsam, aber
erst 16 Leute sind bis jetzt eingestiegen. Einsteigen!
- nun füllte sich der Bus bis zum letzten
Platz und alle 20 Personen fanden in einem Fiat
Ducato ein Plätzchen, auch wenn Philipp
einen Teil seines Hintern ausserhalb des Fensters
platzieren musste.
Am
zweiten Tag ein neuer Berg. Mitten in Sizilien
flogen wir bei Castel di Iudica einem kleinen
Hügel. Der Wind passte, doch musste zuerst
noch der Startplatz auf unsere Verhältnisse
zugeschnitten werden. Nach einer halben Stunde
wurden die ersten Piloten von dem neu geschaffenen
Startplatz wegkatapultiert. Bei 25 km/h Wind
ging der Start recht flott und im Winkel von
45° stiegen sie den Wolken entgegen. Es
lag alles drin. Toplandungen, Stundenflüge,
Wolkenflüge, nur keine Strecke. Röbi
probierte die Leethermik, doch diese hatte gerade
auch Ferien. Innert kürzester Zeit wurde
er gegroundet. Rosita flog zielstrebig auf Strecke
und musste für diesen Kilometer 1 Std.
auf dem Abholer warten.
Eine
neue Loge war angesagt. In Regalbuto bezogen
wir eine nette Unterkunft. Am Abend war Karnevale.
Einige büssten den Abstecher am nächsten
Tag mit einem Ameisenhaufen im Kopf. Der Monte
Scalpello ein Bekannter wurde angesteuert. Das
Wetter zeigte sich nach wie vor von der guten
Seite.
Die
Thermik passte, war allerdings pulsierend. Die
einen stiegen auf und davon in allen Höhen,
die andern landeten nach eher kurzen Flügen
150 Meter weiter unten. Erika und Sepp steigerten
ihre Bestleistung im Zeitflug hoch über
dem Scalpello. Ruedi, Walter, Röbi und
Philipp entschwanden in weiter Ferne, mitten
über der breiten Talebene, unseren Augen
- hoch unter den Wolken hängend. Willi
und Toni landeten schliesslich nach langem Flug
auf dem Landeplatz.
Walter
entschied sich zur Umkehr und stand im auffrischenden
Talwind. Ruedi steuerte schliesslich mit einem
Traktor selbständig Richtung Hotel zurück
und Philipp gelang sogar der Flug bis zum Hotel
in Regalbuto. Immer knapp unter der Basis gelang
uns kein Foto mehr. Der Flugtag wurde ordentlich
begossen.
Nächster
Tag:
Trotz
meinem Aufruf noch einen Tag am Mt. Skalpello
zu fliegen, entschied die Gruppe einstimmig
weiter zu reisen und den Trip fortzusetzen.
Das Wetter war gut, der Wind ideal, aber die
Prognose versprach eher bewölktes Wetter
mit leichtem Regen.
Eine
lange Fahrt stand bevor. Über Enna, S.Caterina
nach Cammarata, einer malerischen Stadt am Hang.
Eindrücklich
war der Anblick auf diese viele Mauern. Der
M.Cammarata ist ein hoher Berg mit guter Zufahrt,
verschiedenen Startplätzen und war die
ganze Zeit im Nebel verhüllt. Wir reisten
weiter besichtigten ein Flugberg in S.Stefano
und begaben uns nach Prizzi ins Zentrum der
Mafia. Am Abend starteten einige unentwegte
direkt neben der Stadt zum See. Die Übernachtung
mitten in Palermo war nicht unbedingt ruhig.
Am
nächsten Tag besuchten wir einen bekannten
Berg, den Kumeta 1233 müM bei Piana d'Albanesi
unweit von Palermo. Wir flogen bei bester Sonneneinstrahlung
und trotzdem wenig Thermik. Am Nachmittag war
der Mt.Maganoce angesagt. Ein Hügel, den
wir in bester Erinnerung vom letzten Jahr her
hatten. Auch dieses Jahr zeigte er sich wieder
von seiner "gewohnten" Seite. Alle soarten stundenlang
und Toplandungen machten allen einen riesen
Spass. Hans absolvierte ca. 5 Flüge. Alle
landeten am Schluss ausnahmslos wieder am Startplatz.
Der
letzte Tag: Erice war das Ziel. Wind und Wetter
stimmte, doch waren Tiefflüge der Italienischen
Armee angesagt. Wir änderten unser Ziel
und eroberten den Mt.Grande auf halbem Weg.
Den Startplatz fanden wir ohne zu suchen doch
die Wolken hingen tief und der Wind stand mit
20 km/h an. Die Richtung passte, doch die Basis
senkte sich immer mehr. Sofort starten, hiess
die Devise. Robert, Walter, Freddy, Philipp
und Ruedi waren schnell in der Luft. Auch Hans
startete noch unter den Wolken. Wir dislozierten
zu einem tiefergelegenen Startplatz und sahen,
wie alle zuvor Gestarteten immer noch um die
Wolken sausten. Mit und ohne "big ears". Bei
abnehmendem Wind am Startplatz erlebten alle
noch einen wunderschönen Abschlussflug
mit reizvoller Landschaft auf Sizilien.
Die
Fluggebiete in Sizilien gelten als recht einfach.
Planmässig ging die Heimreise von Palermo
über Rom nach Zürich.
Mitgenommen
haben wir eine Menge Eindrücke und Erinnerungen.
Christian, unserem Reiseführer möchte
ich an dieser Stelle noch einmal herzlich danken
für die gelungene Reiseleitung und Petrus
für das Wetter, den Bauern für den
Wein und den Teilnehmern für die kollegiale
Atmosphäre.
Die
Eindrücke bleiben - ciao Sizilien! Diese
Reise können wir so schnell nicht wiederholen,
weil nächstes Jahr eine Reise in andere
Regionen Europas vorbereitet wird.
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