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Reisen > Bericht   Marokko

 

 

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Das Land von Tausend und einer Nacht mit seinen unterschiedlichen Landschaften und Klimazonen hat stets die Abenteuerlust und die Sinne gepackt. Als Schwellenland mit Drittweltcharakter im Hinterland bildet es auch eine Ausnahme. Es gibt ausser bei Rabat keine offiziellen Fluggebiete.

Freundlich ist man den Fliegern gegenüber aber immer eingestellt. Es gibt kaum marokanische Piloten. Um so besser muss sich der Pilot, der seinem Hobby in den weiten, unwirtlichen Bergen, Halbwüsten- und Wüstengebieten nachgehen will ausrüsten und organisieren.Es versteht sich von selbst, dass trotz aller Faszination ein Gelegenheitsflieger aus Sicherheitsgründen sein Hobby nicht auf eigene Faust in diesem Land betreibt.I

m Februar 97 haben sich einige Flieger auf Teneriffa entschlossen Marokko im kommenden Jahr zu entdecken. Der Plan stand! Nun lag es an uns diesen in die Tat umzusetzen. Dank guter Kontakte zu der ganzen Fliegerszene ist es mir dann gelungen einen kompetenten Leiter in der Person von Oliver zu finden, der dieses Land, die Gebiete und die besonderen metrologischen Bedingungen kannte.

Marokko wir kommen!

 

Ein Jahr spähter Ende Februar 1998 reisten wir nun voller Erwartungen mit der Air Edelweiss über Marakesch nach Agadir, dem Ausgangspunkt unserer Reise. Agadir ist eine reizlose Badestadt und hat mit Marokkos Hinterland und der Gastfreundschaft seiner einfachen Menschen wenig zu tun.

So besichtigten wir am ersten Tag, dem Anreisetag, die Kasbah, eine Burganlage über Agadir. Noch einmal konnten wir so richtig westeuropäisch Abendessen bevor wir dann ins Hinterland fuhren.

Am zweiten Tag flogen wir an der Küste oberhalb vom Strand von Legzira unweit von Sidi Ifni. 100 Meter über dem Meer flogen wir um die Wette so lange jeder einfach Lust hatte. Die Landschaft mit den grossen Felsentoren, den kilometerlangen und menschenleeren Stränden war eindrücklich.

Übernachtung in Sidi Ifni im Hotel Bellvue, dann weiterreisen über den Stausee, Tiznit, Agadir nach Taroudannt zum Atlasgebirge, das viele 4000-er Berge hat. Wir fuhren zum Pass Tizi-n-Test mit seinen 2100 Meter, breiteten unsere Flügel aus und flogen hinein in die weite Ebene Richtung Westen. Der Wind schien ideal. Und so probierten die einen mit Hangsoaring - mit wenig Erfolg, die andern suchten Thermik und fanden MEGA-Bärte. Mit über 5 Meter steigen und sehr ruhig entschwanden die meisten nach ca. einer halben Stunde aus den Augen.

Auf über 3200 Meter liess uns die Thermik bis auf die Schneeberge hoch steigen. Weit über 20 Kilometer sind die meisten weggeflogen und erst als der letzte nach zweieinhalb Stunden durchgefrohren war, landeten alle wieder direkt am Startplatz. Die Diskussionen gingen lange in die Nacht.

Diese Nacht verbrachten wir im Zelt auf dem Pass. Obwohl es tagsüber gut 23 Grad warm war, waren die Nächte umso kälter. -sehr kalt, ca. null Grad Celsius!

Tagwacht kam mit der Sonne und mit den wärmenden Strahlen erwachten auch wieder die Sinne.

Den Tag starteten wir mit einem weiteren Flug vom Pass und fuhren dann sogleich weiter Richtung Tata im Anti-Atlas Gebirge. Vielfältige und vorallem abwechslungsreiche Landschaften wechselten sich ab. Die Reise war kurzweilig, obwohl wir erst beim einnachten in Tata eintrafen. Das Sternenmeer ist unbeschreiblich.

Übernachtung im Hotel Residence in Tata.

Weiterreise zum nächsten Flugberg dem Ighiwadu mitten in der Steinwüste der Anti-Atlas Steinwüste. Nach dem Aufstieg zum 200 Meter hohen Ighiwadu Start bei viel Wind mit Starthelfer. Nach dem Start gings sofort dynamisch 50 Meter höher und anschliessend thermisch über 1000 Meter über die endlose Ebene, der Steinwüste mit seinen interessanten Formationen und Strukturen. Philippe startete sogar nur ca. 60 Meter über der Ebene und fand den Anschluss ebenfalls.

Die Eindrücke überhäuften sich! Der Flug war wieder absolut toll und völlig unvergleichlich mit Flügen in den Alpen. Jenseits völliger Zivilisation 250 km im Landesinneren mit den Impressionen von Marokko im Massstag 1:1. Als kleines Team kommen wir zurück zum eigentlichen Menschsein in der grossen, unbarmherzigen, aber faszinierenden Natur.Sobald wir die letzten, nach stundenlangen Flügen, runterholen konnten, gings weiter in ein enges Tal mit unbefestigter Steinpiste. Nach jeder Windung der Piste waren wir erneut begeistert und beeindruckt sobald es einige Palmen gab hatte es auch unweit viele Kinder und Menschen, welche uns zuwinkten.

Diese wildromantische Landschaft konnte jeden von uns aus der Fassung bringen. Nun dieser Tripp dauerte ca. 3,5 Stunden bis wir dann in der Hauptstadt der Teppichhändler in Tafraoute ankamen. Nocheinmal schlugen wir die Zelte auf und hatten einen gemütlichen Abend mit Feuerromantik. Wir besichtigten noch diverse Sehenswüdigkeiten bevor wir dann aufbrachen zur Heimreise nach Agadir.

Die Reise war gespickt mit einer Fülle von einmaligen Eindrücken und viel Abwechslung. Bestens organisiert von unserem Führer Oliver und einer tollen Gruppe von Piloten.

Ich freue mich schon jetzt wieder ein Reise nach Marokko zu unternehmen.

 

...Wüste, Berge, Meer und Weite. Der Geruch von Afrika, Gewürzen und 1001 Nacht. Die endlosen Landschaften und seine Menschen, Berber, Sahraoui, Touareg und Nomaden... 

 

Diese Reise ist auch für Nichtflieger empfehlenswert.

 

 

 

 

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