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Reisen > Bericht Amerika

 

 

 

Amerika ruft...

 


Nach dem langen Flug landeten wir in San Franzisco im Westen von Amerika. Es fehlte das Gepäck von Peter, Chris, Heidi, Werner, Reiner und mir. 

An der Küste von Frisco besuchten wir die weltbekannte Soaring -Kante. Es entpuppte sich als super guter Fugtag. Die meisten erlebten traumhafte Flüge im sanften Aufwind direkt über dem Meer - eine herrliche Kulisse. 

Am 2. Tag besichtigten wir bei sehr schönem Wetter die Stadt. Tags darauf besuchten wir die Hafemoonbay, wo
eine 20 Meter hohe Felskante, die sich über mehrere Kilometer erstreckt und direkt am Sandstrand liegt, zum soaren einlädt. 

Nach einem Flug von Andi entschieden wir uns auf schwächeren Wind zu warten, da die Böenspitzen fast der
Geschwindigkeit seines Schirms erreichten. Wenig später kamen zwei einheimische Piloten dazu und wir staunten nicht
schlecht als sich diese direkt vom Strand aus an die Kannte manövrierten um bei der nächsten Böe in den Aufwind
einzusteigen. Eine sehr eindrückliche Demonstration, doch für die meisten von uns leider zu starker Wind. Tags darauf
machten wir uns auf den Weg Richtung Reno, wo Reise-Flühler eine Adresse von einem Amerikaner hatte, welcher dort die Fluggebiete bestens kennt. 

Nach der langen 1.5 Tage dauernden Fahrt über zum Teil verschneite Pässe und nach verschieden Stop's (Lake Tahoe, Carson City) trafen wir in Reno ein. Leider war ans Fliegen hier oben, bei dieser "Saukälte" und dem Schneetreiben, nicht zu denken. So ging es ab ins Casino. Jeder versuchte sein Glück.

 

Jeder verspielte ein bisschen Geld. Nur unser Martin ist seid diesem Abend auf dem besten Weg zum Millionär! Amerika
wurde dem Ruf der unbegrenzten Möglichkeiten wieder gerecht!


Am Morgen lag die Stadt in einer Schicht Schnee und uns hielt nichts mehr an diesem Ort. Also, ab mit unseren beiden
gemieteten Doge Ram2500 gegen Süden wo es warm ist - in den warmen Süden von "Kalt"ifornien wie Peter es nannte.
(Ein Sprachfehler der ihm blieb)


Nach einem Zwischenhalt in einer ausgestorbenen Goldgräberstadt (alles Gold wurde abgetragen und nichts übrig gelassen) und einem Halt am Mono Lake kamen wir in Lone Pine an. Was heisst hier Lone Pine? Für eingefleischte Flieger muss es Owens Valley heissen, das kennen alle. 

Das ist das Tal, wo die langen Distanzen in grosser Höhe geflogen werden! Auch hier war es saukalt! Am folgenden Morgen nach dem üblichen opulenten Frühstück besichtigten wir dennoch den Startplatz.


Vielleicht kann man ja noch fliegen, obwohl eine kleine "Föhnlage" herrscht. Oben auf fast 3000 m.ü.Meer angekommen (super gute aber im Winter gesperrte Strasse, Rolf dankt!) stand perfekter Aufwind an. Als ich fast schon erfroren war, wage ich den Start. Aber wärmer sollten meine Handschuhe auf jeden Fall geben. Nach einem Flug mit 1600 m Höhenunterschied bei welchem mich das "Sinkflugvariogeschrei" nie verliess, hatte ich eine gute Landung am Qwens Lake. Nach einer Aufwärmrunde am Landeplatz gab ich meine Eindrücke des Fluges an Reise-Flühler hoch. 

Andi, Rolf, Chris, Reiner, Martin, Werner und Reise-Flühler starteten. Das Warten in der Kälte hatte sich wohl gelohnt. Alle hatten bessere Bedingungen erwischt und flogen in der "Valleythermik" über eine Stunde. Aber in der Ferne kamen schon die ersten Wolken, die mit Schnee und Regen drohten. Nach einer weiteren Diskussion im Milosevicstil wurde über die Weiterreise in den Süden durchs Death Valley abgestimmt.


Nach dem wir den Morgen fast auf 3000 m.ü.Meer verbrachten, waren wir am Abend am Tiefsten Punkt der USA auf ca. 60 Meter unter Meer. Dort wollte Reiner und Chris einen Flug mit Start und Landung unter dem Meeresspiegel durchführen. Ein Hügel (20m) war schnell gefunden. Reiner war der Erste und wohl auch der Letzte (vielleicht auch der Rekordhalter ), welcher ein Flug im Death Valley schaffte. Kaum am Boden stand ein Ranger (Polizist) da und verlange die Ausweise und 1500 Doller Busse. Leider ist es im Nationalpark verboten zu fliegen. 

Aber wer denkt schon an solche Einschränkungen,
wenn man unter dem Meer fliegt! Nach einer angeregten Diskussion (im Samichlaus-Stil) konnte das Unheil der Busse auf eine Verwarnung reduziert werden. Chris stoppten wir und vermeiden so weiteren Ärger.


Das Essen bei Mad Creek war wunderbar und stilvoll. Die Nacht, immer noch kalt, drängte uns weiter nach Süden. In San Bernadino angekommen, stellten wir fest, dass ein kalter Wind von Norden strömte. Nach Angabe von Reise-Flühler kann man dann nur in Lake Elsinore fliegen. 

Am nächsten Tag war der Wind sehr stark, so, dass während der guten Tageszeit (es rumpelte heftig) nicht alle flogen. Schon am nächsten Tag hatte es keinen Wind mehr in Lake Elsinore und zum Teil Abwind. 

Wir fuhren zurück nach San Bernadino zum Startplatz Marschall (Chrestlane). Ich startete nach Reiner, welcher
schnell vom Hang wegflog und in der Ebene ruhigere Verhältnisse suchte. Nur wenige Male in meiner Fliegerlaufbahn hatte ich so rumplige Verhältnisse erlebt, rauf und runter über 2 Stunden und danach oben einschlagen beim "neuen" Krater (landen) am Startplatz. Ich hatte das Gefühl mit einem viel zu grossen Schirm zu fliegen! Am Abend beruhigten sich die Verhältnisse. Alle konnten gute Flüge bis zum perfekt ausgebauten Landeplatz machen.


Den nächsten Tag verbrachten wir am gleichen Hügel. Alle erlebten einen tollen Flugtag mit vielen Toplandungen.
Anschliessend beschlossen wir nach San Diego zu fahren. An der Küste waren die Temperaturen etwas wärmer aber immer noch "Kalt"ifornien. Das Fluggebiet in San Diego liegt mitten in der Stadt in der Nähe der Universität und besteht aus einer 100 m hohen Steilküste. 

Oben im Flachen stand der perfekt hergerichtete Start- und Landeplatz. Der Platz heisst Torrey Pines und wird von Dave Jebb, welcher mit Maya, einer Zürcherin, zusammen lebt, betrieben. Also, aufgepasst, bei diesem Platz ist alles geregelt. So muss jeder der ins Start- und Landefenster einfliegt mit der Trillerpfeife Laute von sich
geben. Damit wird sichergestellt, dass keine Kollisionen zwischen den Schirmen und den ebenfalls in den gleichen 100m Breite und 10 Metern Höhe fliegenden Modellen passieren. Gewisse Piloten machten dieses Training (Kunststück) zweimal.

Am nächsten Tag beschlossen wir auf der Startwiese den Rückwärtsstart zu üben und wenn möglich nochmals zu fliegen.
Leider war der Wind so schwach, dass jeder Start mit Nervenkitzel verbunden war. Man war nie sicher ob man absaufen würde. Die Risikobereitschaft von uns Schweizern war nicht sehr hoch. Als der Wind nicht besserte und für den nächsten Tag nicht besser vorausgesagt wurde, beschlossen wir nach Los Angeles zu fahren dem Abflugort der Rückreise.

Wir verbrachten den Tag an der Küste mit faulenzen und Land und Leute studieren. Den Morgen des Abreisetages
verbrachten wir nochmals in AL am Vinicebeach.

I ch danke allen für die SUPER-gute Zeit in den USA, den tollen Erlebnissen und Eindrücken sowie der gegenseitigen Rücksichtnahme.

Pipo

 

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